Prostataerkrankungen

Welche Prostataerkrankungen gibt es?

  • Gutartige Prostatavergößerung    ( Prostata-Adenom )
  • Prostataentzündung
  • Unklare Symptome im Bereich der Genitalorgane =LUTS
  • Prostata-Karzinom
Wie häufig sind Prostataerkrankungen?
Gutartige Vergrößerungen
  • Jeder 2.Mann ab 60 Jahren Lebensalter und fast jeder Mann ab 70 Jahren hat eine vergrößerte Prostata
  • 20 % dieser Männer benötigen eine Behandlung
  • Also: eine Volkskrankeit
Prostata-Karzinom
  • Neuerkrankungen ca. 47000/Jahr
  • ( Deutschland 2004 )
  • ca. 130000/Jahr ( USA )
  • Sterbefälle 1993:
    • 11401 Männer ( Deutschland )
    • ca. 40000 Männer ( USA )
  • Überleben ab Diagnose: nach 10 Jahren 59%
  • Überleben ab fortschreitender Erkrankung 37-55 Monate
Wo liegt die Prostata ?

Die Prostata befindet sich bei Männern unterhalb der Harnblase am Beginn der Harnröhre und umkleidet diese ringförmig bis zum Beckenboden.


Normal ist ein Gewicht von 20 bis 30 Gramm. Mit ihrer Rückfläche grenzt die Prostata direkt an die Vorderwand des Enddarmes.



Was ist die Funktion der Prostata?

Die Hauptfunktion der Prostata besteht in der Produktion von Samenflüssigkeit. Das Prostatasekret enthält außerdem eine Substanz, die dem Sperma seinen charakteristischen Geruch gibt. Weiterhin sorgen die Muskelzellen der Vorsteherdrüse beim Samenerguss dafür, dass die Samenflüssigkeit (Ejakulat) mit Schwung die Harnröhre verlässt.

Wodurch entsteht die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse?

Die exakten Ursachen sind weitgehend unklar. Als mögliche Faktoren gelten die altersbedingten Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt. Speziell das in der Prostata gebildete Dihydrotestosteron, eine bestimmte Form des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, scheint bei der Entwicklung der gutartigen Vergrößerung der Drüse eine entscheidende und auch therapeutisch nutzbare Rolle zu spielen.

Welche Probleme verursacht eine vergrößerte Prostata?
  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Restharnbildung ( = die Blase entleert sich nicht vollständig )
  • Häufiges Wasserlassen kurz hintereinander, tagsüber und nachts
  • Startschwierigkeiten
  • Nachträufeln
  • Unterbrochenes Wasserlassen
  • Plötzlicher starker Harndrang bis hin zum Harnverlust
  • Ein akuter Harnverhalt kann jederzeit eintreten
Fortgeschrittenes Stadium der Prostatavergrößerung
  • Durch die Restharnbildung kommt es zu vermehrten Harnwegsinfekten und zur Bildung von Blasensteinen
  • Die Blase "leiert" aus, die Mündungen der Harnleiter können ihre Ventilfunktion nicht mehr ausüben und es kommt zu Stauungsnieren und im Endstadium zum Nierenversagen

Diagnostik

Gespräch und Untersuchung
  • Ärztliches Gespräch (Was gibt es für Probleme mit dem Wasserlassen?)
  • Körperliche Untersuchung mit Austasten der Prostata über den Darm
Ultraschall
 
Zystoskopie

Heute mit modernsten, flexiblen, weichen Instrumenten!

Röntgenaufnahme der Harnröhre
Harnstrahlmessung = Uroflow
Therapie des Prostataadenoms

Medikamentös

  • Pflanzliche Medikamente, die die allgemeinen Symptome lindern ( nicht rezeptpflichtig )
  • Medikamente, die die Symptome der Prostatavergrößerung behandeln, die sog. Irritativen Symptome = alpha-Blocker
  • Medikamente, die die Prostata verkleinern = 5-alpha-Reduktase-Hemmer

Operativ ( Standardmethoden )

  • Bei kleinerer und mittlerer Prostatavergrößerung > "Abhobeln" der Prostata durch die Harnröhre = TUR-P
  • Bei großen Prostatadrüsen > Ausschälen des gewucherten Gewebes über einen Bauchschnitt = offene Prostataentfernung

Neu: Greenlight-Laser

 

Laser-Operation

Neu: Plasma-Vaporisation

Eine neue blutungsfreie Methode der Prostata-Therapie ist die Plasma-Vaporisation - hier wird das Gewebe schonend weggeschmolzen.

Prostatakarzinom & Früherkennung
  • Vor allem durch verbesserte Diagnostik > PSA-Test
  • Mit 18,7 % aller Tumorerkrankungen heute häufigster Tumor des Mannes über 50
  • Heilbar wenn früh- / rechtzeitig erkannt!
Ursachen für Prostatakarzinome

Krebs beruht auf einer bösartigen Veränderung von Erbmaterial und führt zu ungehemmter Zellteilung (Geschwulstbildung). Faktoren sind:

  • Erbliche Vorbelastung: Das Erkrankungsrisiko von Männern aus Familien mit Prostatakrebs liegt über dem Durchschnitt ( ca. 10 % der Prostatakrebserkrankungen )
  • Umweltwelteinflüsse: Chemikalien ( z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine, aromatische Amine, Schwermetalle )
  • Hormonelle Faktoren: Testosteron bewirkt ein Wachstum der Tumorzellen
  • Ernährungsfaktoren: zu hoher Anteil tierischer Fette, zu wenig Ballaststoffe/ mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Zusätzliche Risikofaktoren: Rauchen, starker Alkoholkonsum

Symptome von Prostatakarzinomen

  • Im Frühstadium keine!
  • Fortgeschritten tumorbedingte Beschwerden:
  • Abgeschwächter Harnstrahl, Restharngefühl, Urin-Nachträufeln
  • Blut in Urin, Stuhl, Ejakulat
  • Eingeschränkte Gliedversteifung
  • Schmerzen im Damm-/Beckenbereich
  • Kreuzschmerzen / unerklärliche Knochenbrüche
  • Wasseransammlung in den Beinen ( Ödeme )
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust
Vorsorgeuntersuchung

Ultraschalluntersuchung mit spezieller Sonde

  • Männer nehmen Vorsorgeuntersuchungen nur selten wahr ( nur ca. 20 % vs. ca. 64 % der Frauen )
  • Prinzipielle Hemmnisse ( digital-rektale Untersuchung = unangenehm )
  • Psychologische Gründe ( Scham / Angst, gestörtes Selbstbild )